Über poesieundbild

Seit 2015 zieht sich die Künstlerin Luise Kloos jeden Sommer einen Monat zurück, um ungestört an einem Gedicht von Christine Lavant zu arbeiten. Den Ausgangspunkt für die bildnerische Arbeit bildete die Idee der Buchmalerei aus dem Mittelalter.

Die Gedichte von Christine Lavant bewegen die Künstlerin in mehrfacher Hinsicht. Abgesehen von der wunderbaren Sprache und den Worterfindungen sprechen sie die Metaphern und Bilder in den Texten an. Tiefgründig erforscht und erschließt Christine Lavant alle Winkel der Seele.
Wenn die Autorin schreibt, sie hätte nur ihr Leben, über das sie schreiben könne, so öffnet sie mit ihrer Literatur eine tiefe Begegnung mit sich selbst mit dem Potential der Transformation. Sie lässt ihre Leserinnen und Leser nicht im Gefühl des Schmerzes, des Kummers, der Verzweiflung, der Hoffnungslosigkeit oder des Schreckens zurück, sondern schenkt immer wieder überraschende Einblicke in Möglichkeiten, neue Sichtweisen, humorvoll, durchzogen von Leichtigkeit und Schönheit. Die Gedichtbearbeitungen von Luise Kloos vertiefen die Eindringlichkeit der Poesie von Christine Lavant.

„Wenn meine Arbeitsphase startet, beginne ich im Hinblick auf mein Vorhaben zu lesen und lasse mich „berühren und finden“. Es ist also mein persönliches Sein in dieser Phase, mein Gefühl für das Gedicht, was es mir im Augenblick sagen kann, sehr ausschlaggebend.“
– Luise Kloos

2024 sind die ersten acht Buchobjekte von Luise Kloos gesammelt als Publikation bei edition keiper erschienen.